Viele Frauen leben jahrelang mit Schmerzen, Schwellungen und dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt – und hören trotzdem immer wieder dasselbe: „Iss weniger, beweg dich mehr.“

Dabei liegt das Problem nicht an mangelnder Disziplin. Es liegt an einer chronischen Erkrankung, die von der Schulmedizin viel zu oft übersehen wird: Lipödem.

Lipödem ist keine Frage des Willens. Es ist eine chronische, hormonell bedingte Erkrankung – beschrieben seit 1940, anerkannt in der internationalen Krankheitsklassifikation ICD-10 seit 2017, und betrifft etwa 10% der Frauen weltweit.

Kein Diät-Problem. Kein Motivationsproblem.

  • Symmetrische Fettvermehrung an Beinen, Hüften oder Armen – unabhängig vom Gewicht
  • Druck- oder Berührungsschmerz im Gewebe
  • Blaue Flecken entstehen sehr leicht
  • Schmerzen nehmen abends oder nach langem Stehen zu
  • Füße nicht betroffen – Beine schon
  • Sport und Diäten verändern die betroffenen Stellen kaum
  • Beginn oft bei hormonellen Veränderungen wie der Pubertät

Lipödem ist nicht dasselbe wie Übergewicht, Lymphödem oder Lipohypertrophie – auch wenn es oft damit verwechselt wird.

Lipödem betrifft fast ausschließlich Frauen, ist hormonell bedingt, verteilt sich symmetrisch und ist schmerzhaft. Das sind klare Merkmale die eine genaue Diagnose ermöglichen – wenn jemand danach sucht.

Der erste Schritt ist der Gang zur Hausärztin oder zum Hausarzt – als erste Anlaufstelle für Überweisung und Verordnung. Von dort geht es weiter zu Phlebologen, Lymphologen oder Angiologen für die Diagnose, und zur Physiotherapie für die begleitende konservative Behandlung mit Lymphdrainage und gezielter Bewegung.

Geh nicht unvorbereitet. Diese vier Schritte helfen dir:

Schreib auf seit wann, wo genau und wann die Beschwerden schlimmer werden. Notiere ob es Fälle in deiner Familie gibt – Lipödem kann vererbt werden. Stell die Frage direkt: „Kann das Lipödem sein?“ Diese Frage darfst und sollst du stellen. Und wenn du nicht ernst genommen wirst – hol dir eine zweite Meinung.

Du bist nicht schuld. Dein Körper ist nicht das Problem.

Du hast das Recht auf eine Diagnose. Du hast das Recht auf Behandlung. Du hast das Recht, ernst genommen zu werden.

Wenn du denkst dass diese Beschreibung auf dich zutrifft und du in Berlin eine Therapeutin suchst die zuhört – ich bin hier.